Neo-olympisch

Dass die Altvorderen ihre Aggressionen nicht nur in Selbsterfahrungsgruppen auslebten, sieht man daran, dass (nur) für die Dauer der Olympischen Spiele Waffenruhe herrschte. Ansonsten durfte gemeuchelt werden.
Moderne Spiele unterscheiden sich davon deutlich: Sie gelten als günstige Gelegenheit, im Schatten der Wettkämpfe schnell ein paar offene Kleinkriege abzuarbeiten.
Insofern sind in Peking semi-kriegerische Sportarten wie Luftgewehrschießen oder Speerwerfen total wirklichkeitsfremd. Olympische Panzerschlachten, Bomben-Zielabwürfe und selbst das effektvolle Zünden von Sprengstoffgürteln vor Publikum statt Krieg in der fernen Provinz hätten den Vorteil, dass die dortige, an solchen Darbietungen gar nicht interessierte Bevölkerung verschont bliebe.

11.8.08 12:20

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